Tagespflege für Senioren zieht in das »Haus der Begegnung« ein. Der Münchner Wochenanzeiger berichtet

Hier wird Tischkicker gespielt. Foto: H. Sedlmeier

Grünwald · Ab dem 1. Oktober ist Grünwald um ein Angebot im Rahmen der Betreuung von pflegebedürftigen und / oder dementen Senioren reicher. An diesem Tag wird im Haus der Begegnung in der Tobrukstraße 2 die Tagespflege Grünwald eröffnet.

Träger der Tagespflege ist die Stiftung Katholisches Familien- und Altenpflegewerk. Sie bietet Platz für 18 Gäste, die dort von Montag bis Freitag von 7.30 bis 16.30 Uhr betreut werden. Auf Wunsch können die Personen auch abgeholt und natürlich auch wieder nach Hause gebracht werden. Die Tagespflege wendet sich an Menschen, die tagsüber auf Betreuung und Pflege angewiesen sind und am Abend und an den Wochenenden von Angehörigen oder einem ambulanten Dienst versorgt werden. Es ist möglich, die Tagespflege für seine Angehörigen an fünf Tagen die Woche zu buchen ebenso wie nur für einen Tag. In den Tagespflegen der Stiftung wird seit Jahren in der Betreuung das Therapieprogramm MAKS (Aktivierung zur Förderung und Erhalt von alltagspraktischen Fähigkeiten, sowohl in motorischer als auch in kognitiver Hinsicht, Anm. d. Red.) eingesetzt. Altenpflegerin Katrin Alfes arbeitet in der Tagespflege Schwabing und lobt das Konzept dieser Betreuungsform: »Ich arbeite hier seit 2014. Im Rahmen der Tagespflege kann ich mich intensiv um den Gast kümmern und ihn besser aktivieren, als das vorher im stationären Bereich, in dem ich lange gearbeitet habe, möglich war.

Wir gehen dabei ganz individuell auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten unserer Gäste ein, um für jeden das bestmögliche Ergebnis zu erzielen«, erklärt die engagierte Altenpflegefachkraft. Ziel ist es nämlich nicht nur die Besucher zu beschäftigen, sondern vor allem auch die verbliebenen Fähigkeiten zu stärken. Das Ganze geht dabei spielerisch vor sich, so dass die Gäste einen erfülltenTag im Rahmen der Tagespflege erleben dürfen. Hier finden sie eine Atmosphäre vor, die beschützend und aktivierend zugleich ist. »Die Angehörigen reagieren in der Regel sehr dankbar auf unser Angebot, nicht nur weil ihre Eltern oder Ehepartner hier gut versorgt werden, sondern auch weil sie dadurch wieder Freiräume im Alltag gewonnen haben. Zeit, um zu arbeiten oder sich von der Pflege zu erholen und neue Kräfte zu sammeln«, berichtet Katrin Alfes weiter. Die Angehörigen stoßen bei der Tagespflege auch immer auf ein offenes Ohr bei den Mitarbeitern, die helfen, damit die Unterbringung von Pflegebedürftigen in einem Heim aufgeschoben oder ganz vermieden werden kann. Der Leitsatz der Tagespflege lautet dabei: »Soviel Selbstständigkeit wie möglich, soviel Hilfe wie nötig«. Der Grünwalder Tagespflege liegt konzeptionell ein integratives Modell zugrunde, d.h. Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen werden das Angebot in Anspruch nehmen. Das integrative Modell lebt in der Gruppendynamik davon, dass Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen auch unterschiedliche Ressourcen und gesunde Anteile mit einbringen können.

Die Gäste sollen sich entsprechend ihrer Möglichkeiten gegenseitig unterstützen und anregen. Mit dem Wissen der Mitarbeiterinnen über die Beeinträchtigungen der jeweiligen Krankheitsbilder und dem Umgang mit den Spezifika dieser Krankheitsbilder, wird der Alltag einer Tagespflege im integrativen Modell nicht zur Über- bzw. Unterforderung von Teilen der Gruppe führen, sondern kann dazu beitragen, das positive Miteinander in der Gruppe zu stärken. Erfahrungsgemäß ist in der Tagespflege der überwiegende Teil der Gäste an einer Demenz erkrankt. Die Krankheit dieser Gäste ist oft von einem starken Bewegungsdrang gekennzeichnet. »Wir sehen die Fähigkeit, sich selbstständig orientieren und bewegen zu können, als ein wichtiges Merkmal von Gesunderhaltung und Wohlbefinden, d.h. Lebensqualität an. Darum ist es uns wichtig, dass unsere Gäste sich sicher in den Innen- und Außenräumen (Garten), entsprechend dem eigenen Bedürfnis, z.B. auch im Rollstuhl, bewegen können. Ein Großteil unserer Gäste lebt in Wohnungen, die nicht die Möglichkeit bieten, sich z.B. mit einem Rollator ausreichend bewegen zu können«, erklärt Christiane Ammer-Wabnitz, Leitung der Tagespflege Laim. Glücklicher Weise wird die neue Einrichtung in Grünwald besonders viel Platz bieten und das sowohl Innen wie Außen.

So wurde beispielsweise die gelungene Innenausstattung durch Mittel des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege gefördert. Hier wurde an jedes kleine Detail gedacht, um die Aufenthaltsqualität so hoch wie möglich zu gestalten. Es wurden freistehende Bänke fest installiert, damit sie nicht »unabsichtlich« bewegt werden können und damit zu Hindernissen werden, die eine Sturzgefährdung darstellen. Auch wurden die Bänke mit Haltegriffen zur Abstützung beim Aufstehen und Hinsetzen versehen. Der Tagessatz und die Fahrkosten können bis zur monatlichen Höchstgrenze des Pflegegrades von der Pflegekasse erstattet werden. Auch hier berät die Stiftung gerne. Gäste, die das Angebot ausprobieren wollen, können einen Tag kostenfrei zum Schnuppern kommen. Weitere Informationen zur Tagespflege gibt es unter www.familien-altenpflege.de oder unter der E-Mail: tpgruenwald@familien-altenpflege.de