Leitlinien für die Vorhaltung von Versorgungsangeboten

Der in den 50er Jahren begonnene Aufbau des Pflegewerks und die Entwicklung von Angeboten folgt bis heute vier Leitlinien unternehmerischen Handelns:

  1. „Professionelle pflegerische Unterstützung soll, solange es eben geht, in der Häuslichkeit der Betreffenden erbracht werden.“ Dies ist eine frühe Verwirklichung des heute aktuellen Grundsatzes „Ambulante vor stationärer Versorgung“.
  2. „Lokale/ räumlich erreichbare Pflege-, Betreuungs- und Versorgungsangebote auch unterschiedlicher Träger sind miteinander zu ‚vernetzen‘.“ Hiermit wird der Grundsatz der Kooperation bzw., in die Fläche projiziert, der Grundsatz der Quartiersversorgung verankert.
  3. „Von der Stiftung in Pflege- und Betreuungsangeboten eingesetzte Mitarbeiter/innen werden in stiftungseigenen Schulen und Fortbildungsstätten geschult bzw. ausgebildet,  soweit der Personalbedarf sich dadurch decken lässt.“
  4. "Mitarbeiter/innen und Auszubildenden wird vergünstigter Wohnraum zur Verfügung gestellt“. Dementsprechend wurden bzw. werden an den Standorten der Stiftung, dem früheren in der Mauerkircherstraße und dem heutigen in der Mitterfeldstraße, Apartments und Zimmer in ausreichender Anzahl und zu erschwinglichen Preisen für Schüler/innen und für Mitarbeiter/innen vorgehalten.

Diese Leitlinien können und müssen mit Blick auf die gegenwärtigen Rahmenbedingungen der pflegerischen Versorgung als sehr vorausschauend bezeichnet werden.
Sie sind auch weiterhin ein Orientierungsrahmen für das unternehmerische Handeln der Stiftungsverantwortlichen in der Gegenwart.

Heute wird die Stiftung von den drei Vorständen  Christiane Ammer-Wabnitz, Ralf Twenhöfel und Joachim Doppstadt  geleitet.
 

Projektentwicklungen / Projektteilnahmen:

  • Neubau eines Wohnhauses in München-Trudering mit 41 barrierefreien Ein-, Zwei- und Dreizimmerwohnungen (Fertigstellung geplant Mitte 2020). Ergänzt wird das Angebot im Erdgeschoss durch eine Tagespflege, einen Multifunktionsraum mit angeschlossenem Garten für die gemeinschaftlich organisierte Hausgemeinschaft, eine Gastronomie und ein Ladengeschäft. Zudem werden im ganzen Haus technische Voraussetzungen für AAL (Ambient Assisted Living) -Angebote und in der Tiefgarage Ladestellen für E-Mobilität geschaffen.

Wohnen für Jung und Alt

  • Teilnahme am „Rückenwind“ -Projekt (2017-2019)
    Projektträger Deutscher Caritasverband Landesverband Bayern e.V. Die soziale Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Faktoren wie der demografische Wandel, der Fachkräftemangel in manchen Berufen, die Ökonomisierung der sozialen Dienste und Änderungen, die unter dem Begriff „Arbeitswelt 4.0“ zusammengefasst werden, bedingen diesen Wandel. Um ihre Unternehmen sicher in die Zukunft zu führen, brauchen Führungskräfte entsprechende Kompetenzen. Die Unternehmen als Gesamtes brauchen eine zukunftsfähige Führungskultur.
     
  • Teilnahme am Projekt „Transform“, (2018) Bundesministerium für Gesundheit, Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs in der Tagespflege. Ziel des Gesetzgebers ist es, dass der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff auch zu einer Neuausrichtung der Pflege führt. So sollen die Pflegeplanung und die pflegerischen Maßnahmen in stärkerem Maße auf den Erhalt und die Stärkung der Selbständigkeit der Pflegebedürftigen ausgerichtet werden.
     
  • Teilnahme am Projekt „EinSTEP“ mit Praxistest (März 2016 - März 2017) unter Leitung des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung: Einführung der entbürokratisierten Pflegedokumentation (SIS) in der Tagespflege.
     
  • „Pflegebegleitung“ (2017). Entwicklung eines Konzepts zum Aufbau niedrigschwelliger Dienste zur Entlastung pflegender Angehöriger, gefördert durch das Bayer. Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.

 

  • Projekt „Wochenendbetreuung in der Tagespflege“ (2017-2019) mit Förderung der wissenschaftlichen Begleitforschung durch das Bayer. Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.
     
  • „Wohnen im Viertel“ (seit 2015). Projekt zur Quartiersentwicklung am Standort Mitterfeldstraße, in Kooperation mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewofag und der finanziellen Förderung der Quartiersarbeit durch das Sozialreferat der Landeshauptstadt München.

Mensch ärger dich nicht!

  • „Verbesserung der Selbstbestimmung sehbeeinträchtigter Pflegebedürftiger in vollstationären Pflegeeinrichtungen“ (2011-2014), gefördert durch das Bay. Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und die Landeshauptstadt München.
     
  • Einsatz technischer Hilfsmittel in der Pflege, in Zusammenarbeit u.a. mit verschiedenen Start-up-Unternehmen sowie der  Fraunhofergesellschaft Erlangen.

 

Das seinerzeitige Ziel der Stiftungsgründerinnen kann sehr allgemein gefasst werden und lautet: Die Folgen der im Nachkriegsdeutschland erfahrenen Nöte: Erziehungsnöte, Zerfallserscheinungen in den Familien, mit Blick auf das Alter: Armut, Vereinsamung und Ängste, mit den ihnen verfügbaren Mitteln nach Kräften zu lindern.
Ursprünglich stand daher die Familie im Blickpunkt der 50er Jahre. Seinerzeit wurden  die Familienpflege und eine Ausbildungsstätte für die Familienpflege gegründet, die auch heute noch wichtige Standbeine im Leistungsangebot der Stiftung sind.
Der in den 50er Jahren begonnene Aufbau und die weitere Entwicklung von Versorgungs- und Ausbildungsangeboten folgten auch danach einem sich am gesellschaftlichen Wandel orientierenden Vorgehen:
In den 60er Jahren wurde der Ausbau der ambulanten Altenpflege (Pflegedienste) und einer Altenpflegeschule, in den 70er Jahren der Ausbau der teilstationären und die vollstationären Pflegeeinrichtungen vorangetrieben.
 

Die Gründerinnen Dorothea Römer, Maria Steeb, Baronin Elisabeth von und zu Gutenberg und Vorständin Lydia Aussprung

 

Durch Übernahmen von Einrichtungen im Laufe der Zeit hat die Stiftung als Betreiberin, unter der Leitung von Vorständin Lydia Aussprung, auf der rechtlichen Basis von Personalgestellungsverträgen zwischen 1972 bis heute folgende Pflegeheime wirtschaftlich und fachlich in den angeführten Zeiträumen verantwortlich geführt:

  • Marienstift, München, 1972 bis 2017, 156 Pflegeplätze (Träger: Stiftung Marienstift München),
  • Zitaheim, München, 1983 bis 2008, 130 Pflegeplätze (Träger: Münchner Hausgehilfenverein),
  • Pater-Rupert Mayer Heim, Bad Tölz, 1995 bis 2017, 98 Pflegeplätze (Träger: Stiftung Marienstift München),
  • Pflegeheim Mariä Opferung, Bad Tölz, 1995 bis 2006, 38 Pflegeplätze (Träger: Stiftung Marienstift München),
  • Vincentinum,  München, 1983 bis 1998, 110 Plätze (Träger St. Vinzentius-Zentralverein),
  • Pflegeheim Haus an der Rümannstraße, 1983 bis 1995, 310 Pflegeplätze (Träger: Landeshauptstadt München, seit 1996: Münchenstift GmbH),
  • Pflegeheim St. Martin, München, 1986 bis 1995, 284 Pflegeplätze (Träger: Landeshauptstadt München, seit 1996: Münchenstift GmbH),
  • Pflegeheim St. Alfons, München, seit 1996, 112 Pflegeplätze Träger: St. Vinzentiuskonferenz).